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Bremen für Architekturfreunde

Altbremer Haus oder modernes Portgebäude – Hinschauen lohnt sich

Bremen ist die Stadt der vielen Gesichter, historisch und modern, urban und natürlich, entspannt und emsig - das zeigt sich auch in den vielen unterschiedlichen Varianten der Bremer Architektur. Hier ist der historische Stadtkern mit seinen Elementen der Weser-Renaissance, dort die innovative Überseestadt mit ihren Glas-Fassaden und geometrischen Formen. Am besten lässt sich die Stadt bei einem Spaziergang durch die unterschiedlichen Viertel erkunden. Gehen, stehen, sehen, einfach mal beim Laufen innehalten und sich umschauen. Sie möchten ein paar Tipps? Dann schauen Sie doch einfach mal hier ...

Das Rathaus am Marktplatz selbst steht seit 2004 auf der UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit. Die Anfang des 17. Jahrhunderts durch den Bremer Baumeister Lüder von Bentheim umgestaltete Hauptfassade gilt als einzigartiges Beispiel der Weserrenaissance. Sie prägt auch den gegenüber liegenden Schütting und das nahe gelegene Kulturhaus Stadtwaage.

Nahe dem Marktplatz wacht ein goldener Drachentöter über das Gebäude-Ensemble der Böttcherstraße. Ludwig Roselius ("Kaffee HAG") hat hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein architektonisches Gesamtkunstwerk geschaffen: Expressionismus in Backstein.

Lange Zeit haben die Bremer ein eher nüchternes Verhältnis zu ihrem Fluss gehabt. Die Weser brachte Arbeit und Wohlstand, aber viel mehr wollte man mit ihr nicht zu tun haben. Inzwischen hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Und auch die Architektur wendet sich dem Wasser zu. Große Stadtentwicklungsprojekte in Fluss- und Hafennähe sowie anspruchsvolle Einzelprojekte prägen die aktuelle Baukultur Bremens, die die Veränderungen einer Hafenmetropole widerspiegelt.

Der Speicher XI, ein 400 Meter langes Backsteingebäude, das heute Kunst, Kultur und Dienstleistungen beherbergt, ist die Keimzelle der Überseestadt. So heißen die revitalisierten innerstädtischen Hafengebiete – ein Entwicklungsprojekt von europäischer Bedeutung. Leben und Arbeiten am Wasser, neue Technologien und traditionelle Hafenwirtschaft verschmelzen zu einem urbanen Quartier, das ganz auf der Höhe des 21. Jahrhunderts ist. Umgenutzte Speicher, moderne Gewerbe- und Wohnarchitekturen neben rostroten Spundwänden, Wolken und Wasser sind die Kulisse des Wandels.

Direkt vis à vis der Innenstadt erstreckt sich die Weserinsel Stadtwerder, wo rund um die „Umgedrehte Kommode“ – ein altes Wasserwerk – zahlreiche zeitgenössische Appartments, Lofts und Stadthäuser entstehen. Etwas flussabwärts an der Weserpromenade Schlachte interpretieren die Neubauten der Jugendherberge, des Hotels „Überfluss“ und von Radio Bremen die Kontor- und Nachkriegsarchitektur der Umgebung auf ganz eigene Weise.

Wer dem Wasser den Rücken kehrt, kann sich in den Quartieren der Stadt auf die Suche nach zwei weiteren architektonischen Besonderheiten machen: dem "Bremer Haus", einem spezifischen Altbau-Reihenhaustyp mit inzwischen schier unendlich vielen Abwandlungen des Seriellen. Oder Bremens Bunkern mit ihrer Fassadenkunst und zum Teil spektakulären Umnutzungen für Wohnen und Kultur.

Bremen verfügt über einen reichen Schatz an historischer Baukultur. Schon bei Bauten aus dem 20. Jahrhundert wird man fündig: Das Aalto-Hochhaus in der Neuen Vahr und das Bürgerschaftsgebäude zählen zu den herausragenden Nachkriegsentwürfen. Aus den 1930er Jahren stammt die eindrucksvolle Wohnanlage an der Bismarckstraße 108–126, die im Stil des Neuen Bauens errichtet wurde.

Eine andere Seite der besonderen Archtitektur finden Sie auch in verschiedenen Tunneln der Stadt, eine ungewöhnliche Art, sich diesem Thema zu widmen. Im Jahr 2016 wurde feierlich der Friedenstunnel eingeweiht. Symbole des Friedens aus unterschiedlichen Religionen und Glaubensgemeinschaften sind an den Fronten und im Gewölbe des Tunnels angebracht. Die Gestaltung signalisiert sowohl das Miteinander der Religionen als auch deren Eigenständigkeit, die in einfachen Symbolen und herausragenden Aussagen bedeutender Persönlichkeiten der Glaubens- und Religionsgemeinschaften der Welt, wie auch durch mahnende Worte anderer internationaler Persönlichkeiten zum Ausdruck kommt. Kunstvolle Mosaiktafeln als ein umlaufender Fries mit dem Wort FRIEDEN in vielen Sprachen unterstützen den Wunsch nach Frieden.

Darüber hinaus gibt es noch viel mehr zu entdecken. Schauen Sie doch mal in unserer Architektur-Rubrik nach. Erste Orientierungshilfen bieten die Audioguide-Tour der BTZ, ausführliche Informationstafeln auf relevanten Bauwerken sowie die Broschüre "Architektur in Bremen".

Auch in unserem Bremen-Blog haben wir immer wieder unterschiedliche Themen rund um Architektur,ein paar Beispiele findet ihr hier:

 


 

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