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Bremen für Architekturfreunde

Altbremer Haus oder modernes Portgebäude – Hinschauen lohnt sich

Lange Zeit haben die Bremer ein eher nüchternes Verhältnis zu ihrem Fluss gehabt. Die Weser brachte Arbeit und Wohlstand, aber viel mehr wollte man mit ihr nicht zu tun haben. Inzwischen hat sich dieses Verhältnis umgekehrt. Und auch die Architektur wendet sich dem Wasser zu. Große Stadtentwicklungsprojekte in Fluss- und Hafennähe sowie anspruchsvolle Einzelprojekte prägen die aktuelle Baukultur Bremens, die die Veränderungen einer Hafenmetropole widerspiegelt.

Der Speicher XI, ein 400 Meter langes Backsteingebäude, das heute Kunst, Kultur und Dienstleistungen beherbergt, ist die Keimzelle der Überseestadt. So heißen die revitalisierten innerstädtischen Hafengebiete – ein Entwicklungsprojekt von europäischer Bedeutung. Leben und Arbeiten am Wasser, neue Technologien und traditionelle Hafenwirtschaft verschmelzen zu einem urbanen Quartier, das ganz auf der Höhe des 21. Jahrhunderts ist. Umgenutzte Speicher, moderne Gewerbe- und Wohnarchitekturen neben rostroten Spundwänden, Wolken und Wasser sind die Kulisse des Wandels.

Direkt vis à vis der Innenstadt erstreckt sich die Weserinsel Stadtwerder, wo rund um die „Umgedrehte Kommode“ – ein altes Wasserwerk – zahlreiche zeitgenössische Appartments, Lofts und Stadthäuser entstehen. Etwas flussabwärts an der Weserpromenade Schlachte interpretieren die Neubauten der Jugendherberge, des Hotels „Überfluss“ und von Radio Bremen die Kontor- und Nachkriegsarchitektur der Umgebung auf ganz eigene Weise.

Wer dem Wasser den Rücken kehrt, kann sich in den Quartieren der Stadt auf die Suche nach zwei weiteren architektonischen Besonderheiten machen: dem "Bremer Haus", einem spezifischen Altbau-Reihenhaustyp mit inzwischen schier unendlich vielen Abwandlungen des Seriellen. Oder Bremens Bunkern mit ihrer Fassadenkunst und zum Teil spektakulären Umnutzungen für Wohnen und Kultur.

Bremen verfügt über einen reichen Schatz an historischer Baukultur. Schon bei Bauten aus dem 20. Jahrhundert wird man fündig: Das Aalto-Hochhaus in der Neuen Vahr und das Bürgerschaftsgebäude zählen zu den herausragenden Nachkriegsentwürfen. Aus den 1930er Jahren stammt die eindrucksvolle Wohnanlage an der Bismarckstraße 108–126, die im Stil des Neuen Bauens errichtet wurde.

Nahe dem Marktplatz wacht ein goldener Drachentöter über das Gebäude-Ensemble der Böttcherstraße. Ludwig Roselius ("Kaffee HAG") hat hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein architektonisches Gesamtkunstwerk geschaffen: Expressionismus in Backstein.

Das Rathaus am Marktplatz selbst steht seit 2004 auf der UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit. Die Anfang des 17. Jahrhunderts durch den Bremer Baumeister Lüder von Bentheim umgestaltete Hauptfassade gilt als einzigartiges Beispiel der Weserrenaissance. Sie prägt auch den gegenüber liegenden Schütting und das nahe gelegene Kulturhaus Stadtwaage.

Darüber hinaus gibt es noch viel mehr zu entdecken. Erste Orientierungshilfen bieten die Audioguide-Tour der BTZ, ausführliche Informationstafeln auf relevanten Bauwerken sowie die Broschüre "Architektur in Bremen".
 

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